In dem folgenden Interview beziehe ich Stellung zu der Entwicklung der Digitalisierung im B2B-Business. Wie sehen die Digitalisierungsprozesse in der Praxis in kleinen und mittelständischen Unternehmen aus? Und welche Chancen die digitale Transformation Unternehmen bietet? Ganz auf meiner Erfahrung beruhend gebe ich klare Antworten auf digitale Transformation, das private Smart Home und eBusiness-Lösungen. Dieses Interview wurde im Rahmen eine eBusiness-Präsentation geführt. Ich lade Sie gern ein, meine persönliche Meinung zu diesem spannenden Thema insbesondere für Unternehmen kennenzulernen.

Markus Dietrich - Person - Business 1

Die Digitalisierung ist allgegenwärtig in unseren Alltag eingezogen – sei es in unserem privaten oder beruflichen Umfeld. Wir werden mit Begriffen konfrontiert wie Digitalisierungsprozesse, digitale Transformation, SmartHome, eBusiness-Lösungen… Aber was steckt ganz genau hinter diesen ganzen Worten? In dem folgenden Gespräch mit Herrn Markus Dietrich erfahren Sie interessante und spannende Aspekte, die uns die neuen Technologien bieten.

Guten Tag Herr Dietrich und schön, dass Sie sich Zeit für unser Gespräch nehmen konnten. Und ich komme direkt zu meiner ersten Frage, weil es mich wirklich brennend interessiert. Welche digitalen Erlebnisse hatten Sie persönlich denn heute schon?

Sie meinen der privaten Art, nehme ich an. Da hatte ich heute Morgen die, die ich eigentlich jeden Morgen habe. Mein Frühstücksritual. Meine Tageszeitung und Briefpost erhalte ich über eine elektronische App. Und beim Frühstücken informiere ich mich erst einmal über alles. Aber meine Tasse Kaffee habe ich mir völlig unspektakulär und undigitalisiert selber gemacht.

Also beginnen Sie Ihren Tag, wie jeder andere auch. Das ist beruhigend sympathisch! Dann können wir ja direkt in unser Thema einsteigen: Erklären Sie uns doch bitte einmal kurz, was genau Digitalisierung und Digitale Transformation bedeutet?

Erstmal bedeuten Digitalisierung und Digitale Transformation nicht dasselbe, auch wenn heute diese Begriffe häufig in einen Topf geschmissen werden. Digitalisierung bedeutet, dass sich im wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereich immer mehr digitale Technologien durchsetzen. Durch diese zunehmende Vernetzung steht mir z. B. jegliche Information immer und überall zur Verfügung. Über mein mobiles Endgerät wie mein Smartphone, Tablet oder Laptop kann ich jederzeit und ortsunabhängig alle Daten und Informationen abfragen, die ich möchte und bin immer bestens informiert.

Ja, und was ist dann Digitale Transformation?

Die Digitale Transformation bedeutet eigentlich, dass altbewährte Prozesse in die digitale Welt integriert werden. Es ist die zielgerichtete, schrittweise Anpassung in einem Unternehmen zum Beispiel an die fortschreitende Digitalisierung. Als großes Stichwort fällt mir spontan das Wort „Sharing“ ein, welches diesen Prozess sehr gut darstellt. Das vernetzte Teilen und Bearbeiten von Vorgängen und Information. Mehrere Mitarbeiter können so orts- und zeitunabhängig an einem Projekt arbeiten. Vor 10 Jahren hat man sich im Team noch im Meeting-Raum getroffen und gemeinsam mit sogenannten Flipcharts, Skizzen und Zeichnungen gearbeitet. Heute arbeiten wir mit virtuellen Boards, die dieselbe Funktion erfüllen. Nur stehen diese jedem Teammitglied jederzeit zur Verfügung – egal ob er in seinem Büro in Hamburg ist oder auf Hawaii.

Und wie setzt sich nach Ihrer Einschätzung der Digitalisierungsprozess in der deutschen Wirtschaft durch?

Grundsätzlich viel zu langsam im internationalen Vergleich. Das hat viele Gründe. Beginnend bei der Übertragungsgeschwindigkeit in den deutschen Kommunikationsnetzen bis hin zu den Qualifizierungsmöglichkeiten in der Aus- und Fortbildung, um digitale Kompetenz zu erhalten. Häufig wird auch einfach übersehen, dass dieser Prozess sehr viel Potenzial und Chancen für Unternehmen bietet – sowohl auf der nationalen als auch internationalen Bühne. Unternehmen, die digital arbeiten, sind einfach schneller und effizienter unterwegs und gewinnen dadurch einen klaren Wettbewerbsvorsprung.

Die von Ihnen beschriebenen Gründe betreffen ja alle Unternehmen generell. Aber wo liegt denn der Knackpunkt im Einzelunternehmen? Denn wenn sich alle einig wären, könnte man mit Sicherheit schnell etwas an den Kommunikationsnetzen und der Qualifizierung in der Ausbildung machen…

Ja, da haben Sie recht. Ich bin mir sicher, dass sich heute fast alle Unternehmen mit dem Thema Digitalisierung befasst haben – vom Handwerker und Mittelständler bis hin zum Großkonzern. Viele digitale Kommunikationskanäle werden bereits im Dialog mit Kunden und der Öffentlichkeit genutzt. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob wirklich alle schon die Wucht und Tragweite dieser Veränderung erkannt haben. Also zu der Erkenntnis gelangt sind, dass man etwas tun muss und zwar sofort. Denn sonst ist der Zug abgefahren. Wer diese Entwicklung heute verschläft, wird morgen nicht mehr am Markt sein. Ernstzunehmende Studien ergaben, dass die breite Masse an Arbeitnehmern und Führungskräften sich durch den digitalen Wandel in der Arbeitswelt einfach überfordert fühlen.

Also ist der Knackpunkt der „Faktor Mensch“?   

Das kann man so generell nicht sagen. Wissen Sie, die digitale Transformation besteht aus 3 Komponenten: Technik – Prozesse – Menschen. Technik kann man kaufen und Prozesse kann man gestalten. Aber Menschen müssen sich selber bewegen. Da wird oft von den Unternehmen vergessen, die Mitarbeiter in der digitalen Transformation mitzunehmen. Sie müssen aktiv in den Prozess mit einbezogen werden, der innerhalb des Unternehmens viele Veränderungen mit sich bringt – in der Unternehmensstruktur, -kultur und -philosophie. Die Mitarbeiter müssen offen sein für die Einführung von neuen Techniken, neuen Abläufen und neuen Strukturen. Sie müssen die Bereitschaft haben, sich auf Neues einzulassen und den Mut und den Freiraum haben, Neues einfach auszuprobieren. Das bedeutet auch, dass viele Routinen aufgebrochen werden. Daher ist es auch eine Frage der Unternehmensführung, wie und wie schnell in einem Unternehmen Prozesse digitalisiert werden können.

Das bedeutet mit anderen Worten, dass sich mit der Digitalisierung traditionelle Geschäftsmodelle mit all ihren Hierarchien überholt haben?

Nein, das sehe ich nicht ganz so. Wir sprechen von einer Digitalen Transformation auf Unternehmensebene und das bedeutet eine Anpassung. Leider geben wir in Deutschland nicht das Tempo vor und so ist auch Schnelligkeit gefragt. Vielleicht darf ich hier kurz ein Beispiel nennen: Daimler Benz. Das Unternehmen reagiert konsequent auf die Marktentwicklung und den internationalen Druck. Es hat eine interne Organisation gegründet. Rund 20% seiner Mitarbeiter sollen in dieser Schwarm-Organisation tätig sein. Dabei geht es darum, für bestimmte Themen Mitarbeiter in einem Team zusammen arbeiten zu lassen, die nicht in strikte Hierarchien eingebunden sind. Sie handeln unabhängig von Abteilungsgrenzen und sind autonom vernetzt. Sie spüren neue Digitalisierungstrends auf, sind am Zahn der Zeit mit Sillicon Valley und dem Austesten von neuen Konzepten nach dem Motto „Tempo vor Perfektion“. Die erfolgreich getesteten Konzepte werden dann konsequent skaliert im ganzen Unternehmen ausgerollt mit entsprechenden Schulungsmaßnahmen der restlichen Mitarbeiter. So können alle mit dem Wandel Schritt halten. Dasselbe Konzept wie Daimler hat übrigens Porsche auch schon umgesetzt. Denn es geht bei der ganzen Digitalisierungs-Diskussion nicht um IT-Probleme. Es geht nur um die Frage, wie ich als Unternehmen in Zukunft überhaupt noch Geschäfte mache.

Und wie verändert die Digitalisierung den Markt? Werden sich dann wirklich kleine Startups und nicht die großen Traditionsunternehmen durchsetzen?

Meiner Meinung nach besteht bei den Unternehmen eine Chancengleichheit in der Umsetzung. Jedoch kann man kleinere Betriebe schneller verändern als große. Entsprechend hoch ist daher auch der Druck auf mittlere und große Unternehmen, die bestehenden Strukturen und Prozesse zu hinterfragen, zu erneuern und auf die aktuellen Marktanforderungen anzupassen. Das heißt im Klartext: Den Anforderungen des heutigen Kunden gerecht zu werden.

Und wie schätzen Sie die Situation im B2B und B2C Bereich ein?

Im B2C-Bereich ist die Entwicklung wesentlich schneller ist als im B2B. Hier hat in den letzten 15 Jahren eine Umkehr stattgefunden. Wenn Sie sich nur den Anbieter Amazon ansehen und welche Funktionalitäten er digital bietet. Der Endverbraucher setzt heute einfach diese Techniken als selbstverständlich voraus – auch im Unternehmensumfeld. Früher hatten die Unternehmen alle Möglichkeiten die neuesten Technologien einzusetzen und behielten den technischen Vorsprung zum Endkunden. Heute aber steht auch dem Endkunden sämtliche Technik zur Verfügung und verfügt oft über einen höheren technologischen Stand als die Unternehmen. Der moderne Endkunde ist vernetzt, immer mobil und hat jederzeit vollständige Markttransparenz. Die Anforderungen an Benutzerfreundlichkeit, Leistungsfähigkeit, Such-, Bewertungs- und Weiterempfehlungsmöglichkeit aus dem B2C müssen sich auch im B2B durchsetzen. Aktuell liegen zwischen diesen beiden „Einkaufswelten“ noch große Unterschiede. Damit hat der Endkunde dann aber auch die Macht, die weitere Marktentwicklung direkt zu beeinflussen. Und es geht immer nur darum, den Anforderungen des Kunden gerecht zu werden. Dabei geht es schon lange nicht mehr um das Produkt an sich. Der Kunde steht im Mittelpunkt mit seinen Anforderungen an Service und Qualität. Der Marktvorteil kann nur erhalten bleiben, indem die Unternehmen dem veränderten Konsumverhalten technologisch entsprechen.

Dann sieht es ja schwarz aus für die B2B Branche….

Das kann man so nicht sagen und es entspricht auch nicht meiner Meinung. Die Automatisierung in den digitalen Kernprozessen in der B2B Branche sind in vielen Unternehmen schon weit fortgeschritten. Die Verschmelzung von einzelnen IT-Lösungen innerhalb eines B2B Unternehmens stellen eine große Herausforderung dar. Die Lösungen liegen heute in integrierten ERP-, E-Commerce-, CMS-, CRM- und PIM-Systemen und von daher ist der Digitalisierungsstand als gut einzuschätzen. Jedoch sieht das bei den Vertriebs- und Marketing-Aktivitäten meist anders aus und das sind die Unternehmensbereiche, die direkt mit dem Kunden kommuniziert. Hier besteht mit Sicherheit noch ein starkes Entwicklungspotenzial, wenn man sich die B2C Branche als Vorbild nimmt.

Gibt es ein Patentrezept für die erfolgreiche Digitale Transformation? Eine generelle eBusiness-Strategie?

Meiner Meinung nach und vielleicht zu Ihrem Erstaunen hat der Erfolg nur recht wenig mit der Technik und den Prozessen zu tun. Der Erfolg steht und fällt mit den Menschen, die die Technik einsetzen und in den Prozessen arbeiten. Deswegen wäre das Erfolgsrezept für mich, dass man stets auf allen Unternehmensebenen hochgradig offen und innovativ ist. Damit die Vorteile und die Chancen, die uns die neuen technischen Möglichkeiten bieten, erkannt werden und richtig eingesetzt werden.  Einfach bereit sein, neue Wege zu gehen. Den Mitarbeiter Entwicklungsräume geben, so dass sie sich frei und ohne Druck und starre Grenzen in diesem Prozess entfalten können. Ihnen Zeit geben, sich mit den neuen Technologien zu beschäftigen und einzuarbeiten ohne Zeitdruck und mit aktiver Unterstützung in Form von Schulungen und umfassenden Einweisungen. Und die beste Strategie ist: Machen!

Geschrieben von Markus Dietrich

Vorsprung durch innovative Technik ist meine Berufung. Worüber andere reden, habe ich in der Regel längst erfolgreich durchgeführt. Dass ich dadurch die Zukunft gestalte, ist ein positiver Nebeneffekt. Am Puls der Zeit begeistert mich begeistert höher, schneller, weiter...

%d Bloggern gefällt das: